Kurzfassung
- GEO (Generative Engine Optimization) und AEO (Answer Engine Optimization) bezeichnen den Versuch, in Antworten von KI-Systemen wie ChatGPT, Googles AI Mode oder Perplexity genannt zu werden.
- Google sagt, dass dafür keine eigene Disziplin nötig ist. Laut Berichten über den Leitfaden vom Mai 2026 nutzen AI Overviews und AI Mode denselben Index und dieselben Ranking-Systeme wie die klassische Suche.
- Klicks sinken, wenn über den Ergebnissen eine KI-Antwort steht. Die Studienlage ist eindeutig, die genaue Größe hängt von Methode und Land ab.
- KI-Besucher sind selten, aber engagiert. Ihr Anteil am Gesamtverkehr ist klein, ihre Qualität in Studien überdurchschnittlich.
- Für kleine Betriebe gilt: solide SEO, eigenständige Inhalte, saubere Technik und messen statt raten.
Dieser Beitrag ist rein informativ. Wir bieten keine SEO- oder GEO-Dienstleistungen an, und wir verkaufen keine Sichtbarkeitspakete. Alle Zahlen stammen aus Studien Dritter. Wir nennen jeweils die Quelle und ihre Grenzen.
Was bedeuten GEO und AEO?
Beide Begriffe sind Marketingkürzel und nicht technisch genormt:
- GEO meint, Inhalte so aufzubereiten, dass generative Systeme sie als Quelle verwenden und nennen.
- AEO meint, Inhalte so zu strukturieren, dass Antwortsysteme daraus eine direkte, präzise Antwort ziehen können.
Dahinter steckt eine reale Veränderung: Nutzerinnen und Nutzer stellen Fragen an KI-Systeme und bekommen eine zusammengefasste Antwort mit wenigen Quellen. Wer nicht genannt wird, kommt in dieser Antwort nicht vor. Daraus entstand eine ganze Branche mit Angeboten, Tools und Versprechen.
Was Google selbst dazu sagt
Im Mai 2026 hat Google auf den Search-Central-Seiten einen Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen der Suche veröffentlicht (zuletzt aktualisiert am 15. Juli 2026). Die Kernaussage: Die bewährten SEO-Grundsätze bleiben relevant, weil die KI-Funktionen der Google-Suche auf denselben zentralen Ranking-Systemen aufbauen. Viele der als AEO oder GEO angebotenen „Hacks" seien nicht wirksam oder würden von der Google-Suche gar nicht unterstützt.
Zwei Punkte aus dem Bericht sind für die Praxis wichtig:
- Eigenständige Inhalte: Google empfiehlt Inhalte mit eigener Erfahrung, eigener Recherche und eigenen Daten statt austauschbarer Ratgebertexte.
- Technische Grundlagen: indexierbare Seiten, sauberes HTML und eine funktionierende JavaScript-Umsetzung.
Außerdem sagt der Leitfaden ausdrücklich, dass Sie für die Google-Suche weder eine Datei llms.txt noch andere spezielle KI-Textdateien brauchen und Inhalte nicht in kleine Häppchen zerlegen müssen („Chunking"). Wer llms.txt für andere Dienste pflegt, darf das laut Google weiterhin tun. Viele ältere Ratgeber, auch frühere Beiträge auf dieser Seite, empfehlen diese Maßnahmen. Wir halten sie nach heutigem Stand für verzichtbar.
Wichtig zur Einordnung: Das ist Googles Sicht für Googles Suche. Wie ChatGPT, Perplexity oder andere Systeme Quellen auswählen, legen deren Betreiber nicht offen. Aussagen darüber, „wie man von ChatGPT zitiert wird", sind daher meist Beobachtungen und Vermutungen, keine Regeln.
Was die Zahlen zu Klicks zeigen
Ahrefs: Klickrate auf Platz 1 deutlich niedriger
Ahrefs hat im Februar 2026 eine Studie mit 300.000 Suchbegriffen veröffentlicht: Hälfte mit AI Overview, Hälfte rein informative Begriffe ohne. Ergebnis: Die durchschnittliche Klickrate des obersten Ergebnisses lag bei Begriffen mit AI Overview um rund 58 % niedriger als im Vergleichsszenario ohne. Die Daten stammen aus Search-Console-Daten, verglichen wurden Dezember 2023 und Dezember 2025. Der Wert ist eine Modellrechnung aus dem Vergleich, keine direkte Messung desselben Suchbegriffs mit und ohne Antwortfeld.
Pew: Weniger Klicks, kaum Klicks auf die Quellen in der KI-Antwort
Das Pew Research Center hat das Verhalten von 900 erwachsenen Personen in den USA im März 2025 ausgewertet (68.879 Google-Suchen). Wenn eine KI-Zusammenfassung erschien, klickten Nutzer in 8 % der Fälle auf ein klassisches Ergebnis, ohne Zusammenfassung waren es 15 %. Auf einen Link innerhalb der KI-Zusammenfassung klickten nur etwa 1 %.
Was daraus nicht folgt
Beide Studien betreffen vor allem informative Suchen und stammen aus dem englischsprachigen Raum. Wie stark sie auf Anfragen wie „Tischler Graz" oder „Steuerberater Linz" zutreffen, lässt sich daraus nicht ablesen. Prüfen Sie lieber Ihre eigenen Zahlen (siehe unten). Wenn Impressionen stabil bleiben und Klicks sinken, ist das ein typisches Muster.
Was die Zahlen zu KI-Besuchern zeigen
Wer über ein KI-System auf eine Website kommt, ist selten, aber oft besonders interessiert:
- Menge: Laut der Previsible-Studie (6,77 Millionen Sitzungen aus 166 Analytics-Konten, November 2024 bis Mai 2026) stammen rund 92 % der messbaren KI-Besuche von ChatGPT. Perplexity, Claude, Gemini und andere folgen weit dahinter. Wie viel das vom Gesamtverkehr ausmacht, nennt die Quelle nicht. Besuche aus Googles eigenen KI-Antworten sind darin nicht enthalten.
- Qualität: Adobe hat für die Weihnachtssaison 2025 US-Onlineshops ausgewertet. KI-Besucher konvertierten dort 31 % besser als andere Besucher, blieben 45 % länger auf der Seite, und der Umsatz pro Besuch lag 32 % höher. Der Verkehr aus KI-Quellen wuchs im Jahresvergleich um 693 %, allerdings von einer sehr kleinen Basis.
Die Zahlen gelten für große US-Shops im Weihnachtsgeschäft. Andere Quellen berichten teils viel höhere Konversionsvorteile. Solche Angaben sind häufig selbstberichtet und schwer überprüfbar. Für ein kleines Handwerks- oder Dienstleistungsunternehmen in Österreich kann der Effekt deutlich kleiner oder größer ausfallen.
Was für kleine Betriebe sinnvoll ist
Aus Googles Aussagen und den Studien lässt sich eine nüchterne Reihenfolge ableiten.
1. Das SEO-Fundament
Wie eng KI-Zitate und klassische Rankings zusammenhängen, verschiebt sich gerade. Ahrefs fand im Juli 2025 noch rund 76 % der in AI Overviews zitierten Seiten unter den ersten zehn Ergebnissen. Eine neue Auswertung vom März 2026 (rund 4 Millionen zitierte Adressen) kommt nur noch auf rund 38 %. Ein gutes Ranking ist also keine Garantie mehr für ein Zitat, eine gut auffindbare und indexierbare Seite bleibt aber die Voraussetzung. Dazu gehören ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, einheitliche Firmendaten (Name, Adresse, Telefon) und Seiten, die jeweils eine klare Frage beantworten.
2. Eigenständige Inhalte statt Standardtexte
Ein Text, den jeder Wettbewerber ähnlich schreiben könnte, ist für eine KI austauschbar. Wertvoller sind Inhalte, die nur Sie liefern können:
- Erfahrung aus der Praxis: konkrete Projekte, Fehler, Lösungen
- Eigene Zahlen: Preise, Dauer, Ergebnisse aus Ihrem Betrieb (nur mit Einverständnis der Betroffenen)
- Regionale Kenntnis: Förderungen, Behörden, Besonderheiten Ihrer Gegend
- Klare Aussagen: eine Antwort am Anfang, Begründung danach
3. Lesbare Struktur
Klare Überschriften, kurze Absätze, Listen und Tabellen helfen Menschen und Maschinen. Das ist kein Trick, sondern gutes Schreiben. Verzichten Sie auf Floskeln, und beantworten Sie die Frage, die in der Überschrift steht, gleich im ersten Absatz.
4. Technische Grundlagen
Seiten müssen für Suchmaschinen erreichbar sein: indexierbar, schnell, mit sauberem HTML und ohne wichtige Inhalte, die erst durch aufwendiges Skripting erscheinen. Strukturierte Daten (zum Beispiel für Unternehmen, Öffnungszeiten und häufige Fragen) können helfen, die Seite eindeutig zu beschreiben. Eine Garantie für Zitate geben sie nicht.
5. Vertrauen sichtbar machen
Nennen Sie Autorinnen und Autoren mit Namen und Qualifikation, belegen Sie Aussagen mit Quellen und halten Sie Inhalte aktuell. Erwähnungen Ihrer Firma auf anderen seriösen Seiten (Branchenverzeichnisse, Kammern, Fachmedien, Kundenportale) stärken die Glaubwürdigkeit außerhalb der eigenen Seite.
6. Kaufnahe Seiten zuerst
Informative Ratgeberthemen sind am stärksten von sinkenden Klicks betroffen, weil die KI sie direkt beantwortet. Seiten zu Leistungen, Preisen, Ablauf und Referenzen sind meist widerstandsfähiger, weil sie zu einer Anfrage führen und nicht nur Wissen liefern.
Was Sie sich sparen können
llms.txtund Text-Zerstückelung: laut Googles Leitfaden für die Google-Suche nicht nötig.- Pakete mit Zitat-Garantie: Niemand kann garantieren, dass ein KI-System Sie nennt. Antworten schwanken von Tag zu Tag und von Nutzer zu Nutzer.
- Massenhaft Texte mit KI erzeugen: Das produziert genau die austauschbaren Inhalte, die Google als wenig wertvoll beschreibt.
- Gefälschte Bewertungen oder Erwähnungen: verstoßen gegen Richtlinien der Plattformen und können Ihrem Ruf schaden.
Wie Sie die eigene Sichtbarkeit messen
Sie brauchen für den Anfang keine teuren Werkzeuge:
- Search Console: Vergleichen Sie Impressionen und Klicks pro Seite über die letzten sechs Monate. Stabile Impressionen bei sinkenden Klicks deuten auf Antwortfelder hin.
- Webanalyse: Filtern Sie Zugriffe von KI-Systemen (zum Beispiel chatgpt.com, perplexity.ai) und beobachten Sie Anfragen statt nur Besuche.
- Testfragen: Stellen Sie einmal im Monat fünf typische Kundenfragen an ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Antworten. Notieren Sie, ob und wie Ihr Betrieb vorkommt. Wiederholen Sie die Frage mehrfach, weil sich Antworten ändern.
- Anfragequelle erfragen: Fragen Sie neue Kundinnen und Kunden, wie sie auf Sie gekommen sind. Das ist die einfachste Messung.
Spezielle Tracking-Werkzeuge für KI-Zitate gibt es. Ihre Ergebnisse sind wegen der schwankenden Antworten mit Vorsicht zu lesen.
Checkliste
- Google-Unternehmensprofil vollständig, Firmendaten überall gleich
- Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite mit klarer Antwort am Anfang
- Eigene Erfahrung, Preise oder Beispiele auf den Seiten (statt Standardtexte)
- Autorinnen und Autoren sowie Quellen sichtbar
- Seiten indexierbar, schnell, mit sauberem HTML
- Search Console und Webanalyse einmal im Monat angesehen
- Fünf Testfragen pro Monat dokumentiert
- Skepsis gegenüber Garantien und Wundermitteln
Unser Fazit
Die KI-Suche verändert, wie Menschen Anbieter finden. Die Klickzahlen sinken, wo eine Antwort direkt angezeigt wird, und die wenigen Besucher aus KI-Systemen sind im Schnitt interessierter. Daraus braucht es aber keine neue Disziplin mit eigenen Tricks. Wer gute Seiten mit eigener Erfahrung, klarer Struktur und sauberer Technik betreibt, hat die besten Chancen, in der klassischen Suche und in KI-Antworten vorzukommen. Messen Sie Ihre eigenen Zahlen, bevor Sie Geld ausgeben, und seien Sie bei jedem Versprechen misstrauisch, das Zitate garantiert.
Weiterführend
- KI für Handel und Retail: Wie sich Kundensuche und Beratung verändern
- Prozessoptimierung mit KI: Aus Anfragen effizient Aufträge machen
- 5 KI-Use-Cases für KMU: Anwendungen mit Rechenbeispiel
- Kostenloser KI-Readiness-Check: Wie bereit ist Ihr Unternehmen für KI?
Quellen
- Ahrefs, Update: AI Overviews Reduce Clicks by 58% (Februar 2026): ahrefs.com
- Pew Research Center, Klickverhalten bei KI-Zusammenfassungen (Daten von März 2025, veröffentlicht 22. Juli 2025): pewresearch.org
- Google, Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen in der Google Suche (veröffentlicht Mai 2026, zuletzt aktualisiert 15. Juli 2026): developers.google.com
- Previsible, AI Traffic Study (November 2024 bis Mai 2026), hier nach SEO-Day wiedergegeben
- Adobe Analytics, Weihnachtssaison 2025 (US-Onlineshops), hier nach Marketing Dive wiedergegeben
- Ahrefs, Anteil der AI-Overview-Zitate aus den Top 10 (Update vom 2. März 2026, Vergleich mit Juli 2025): ahrefs.com
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