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Förderungvon Mathias Galler26. Oktober 2026aktualisiert am 30. Oktober 20267 Min. Lesezeit

Stand: 30. Oktober 2026. Förderprogramme ändern sich laufend. Prüfen Sie Fristen und Budgets vor jedem Antrag direkt bei der Förderstelle.

Das Wichtigste in Kürze

  • KMU.DIGITAL ist zu. Das Budget der Runde KMU.DIGITAL 4.0 ist ausgeschöpft, neue Anträge für Beratung und Umsetzung sind nicht mehr möglich.
  • Ab 2027 gibt es kein KMU.DIGITAL mehr. Laut WKO wird das Programm wegen der Konsolidierung im Bundeshaushalt nicht fortgeführt. Eine Nachfolgelösung ist derzeit nicht angekündigt.
  • KI-Projekte lassen sich trotzdem fördern, allerdings nicht über einen Topf mit "KI" im Namen, sondern über Landesprogramme, Weiterbildungsschecks und Innovationsförderungen.

Was ist passiert?

KMU.DIGITAL war die Digitalisierungsinitiative des Wirtschaftsministeriums und der Wirtschaftskammer. Seit 2017 wurden damit österreichweit mehr als 38.000 Digitalisierungsvorhaben begleitet.

Am 12. Jänner 2026 wurden noch einmal Mittel freigegeben. Danach ging es schnell: Das Budget war ausgeschöpft. Am 18. September 2026 informierte das KMU.DIGITAL-Team die zertifizierten Berater, dass das Programm ab 2027 nicht fortgeführt wird.

Zur Einordnung, falls Sie noch alte Zahlen im Kopf haben: Gefördert wurden zuletzt Status- und Potenzialanalysen mit 80 % (max. 400 Euro je Analyse), Strategieberatungen mit 50 % (max. 1.000 Euro), in Summe höchstens 3.000 Euro Beratungsförderung pro Unternehmen. Die Umsetzung wurde mit 30 % gefördert (max. 6.000 Euro, bei Projektkosten von 2.000 bis 30.000 Euro) und setzte eine absolvierte Beratung voraus. Bereits bewilligte Projekte werden nach den Richtlinien abgewickelt, nach denen sie genehmigt wurden. Angebote, die mit "bis zu 80 % Förderung auf Ihre KI-Beratung" werben, sind damit nicht mehr aktuell.

Welche Alternativen gibt es jetzt?

Welche Förderung passt, hängt vor allem von zwei Fragen ab: Was wollen Sie machen (Schulung, Beratung, Umsetzung, Entwicklung) und wo sitzt Ihr Betrieb?

Vorhaben Programm Eckdaten (Stand Oktober 2026)
Weiterbildung Ihres Teams FFG Skills Schecks 2026 (bundesweit) 50 % der externen Kurskosten, max. 5.000 Euro pro Person, max. 5 Personen. Antrag laufend bis 15.12.2026
Weiterbildung bestimmter Zielgruppen AMS Qualifizierungsförderung für Beschäftigte 50 % der Kurskosten, Kurse ab 16 Stunden, nur für bestimmte Personengruppen
Beratung (Steiermark) WKO Steiermark Zukunftsfit 50 % der Beratungskosten, max. 600 Euro, Berater aus dem Zukunftsfit-Pool
KI-Beratung mit Umsetzung (Kärnten) WK Kärnten KI-Umsetzungsförderung 100 % von bis zu 6 Beratungsstunden, Berater aus dem Pool der WK Kärnten; laut WK Kärnten derzeit ausgeschöpft (Stand 30.10.2026)
Innovationsprojekt (Steiermark) SFG Ideen!Reich XS bis 70 %, max. 14.000 Euro bei Projekten bis 20.000 Euro, Cut-off-Verfahren, nächster Stichtag 16.11.2026
Digitalisierungsprojekt (Wien) Wirtschaftsagentur Wien, Förderung Digitalisierung bis 50 %, max. 50.000 Euro, anerkannte Kosten ab 10.000 Euro, Antrag vor Projektbeginn, gültig bis 31.12.2026
Eigene KI-Entwicklung FFG Basisprogramm / Kleinprojekt Kleinprojekt bis 150.000 Euro Projektkosten, 35 bis 60 % Zuschuss je nach Größe und Kooperation. Für echte Forschung und Entwicklung, nicht für die Einführung fertiger Tools

Wichtig bei Schulungs- und Beratungsprogrammen: Viele davon knüpfen Bedingungen an den Anbieter. Skills Schecks gelten zum Beispiel nur für öffentlich zugängliche Kurse von Ö-Cert-zertifizierten Bildungseinrichtungen, Fachhochschulen, Universitäten oder COMET-Kompetenzzentren, Inhouse-Schulungen und Coaching sind ausgeschlossen. Zukunftsfit und die Kärntner KI-Förderung setzen voraus, dass der Berater im jeweiligen Pool gelistet ist. Klären Sie das vor der Beauftragung.

Ausführliche Infos zu allen Programmen finden Sie in unserem Überblick zu KI-Förderungen in Österreich.

Was die Skills Schecks nicht fördern

Weil die Skills Schecks derzeit das wichtigste bundesweit offene Programm für KI-Weiterbildung sind, lohnt ein genauer Blick auf die Ausschlüsse. Laut FAQ der FFG werden unter anderem nicht gefördert:

  • Digitale Grundkompetenzen: Office-Grundkenntnisse, Zertifikate wie ECDL oder ICDL, die Nutzung von Kollaborations- und Kommunikationstools sowie grundlegende Medienanwendungen.
  • Produktschulungen vom Hersteller, etwa die Softwareschulung eines Anbieters zu seinem eigenen Werkzeug.
  • Beratung, Coaching und Mentoring.
  • Flatrate-Angebote mit Pauschalzugang zu einem größeren Kursangebot.
  • Tagungen, Kongresse und Konferenzen.
  • Kurse, die vor der Einreichung begonnen haben oder schon abgeschlossen sind.

Für KI heißt das: Ein reiner Einstiegskurs in die Bedienung eines Chat-Assistenten wird es schwer haben. Bessere Chancen haben Weiterbildungen mit klarem Digitalisierungsschwerpunkt, etwa zu Automatisierung, Datenanalyse oder dem Einsatz von KI in einem Fachbereich. Pro Unternehmen können höchstens fünf Schecks genehmigt werden.

Was Sie jetzt konkret tun können

  1. Anwendungsfall festlegen. Welcher Ablauf kostet heute am meisten Zeit? Ohne diese Antwort passt kein Programm.
  2. Vorhaben einordnen. Weiterbildung, Beratung, Umsetzung oder Entwicklung: Jede Kategorie hat andere Programme, die Tabelle oben hilft bei der Zuordnung.
  3. Standort prüfen. Viele der noch offenen Mittel sind Landesprogramme. Die Wirtschaftskammer Ihres Bundeslandes kennt die aktuelle Lage.
  4. Antrag vor dem Start. Beauftragen und bezahlen Sie erst nach der Einreichung, sonst sind die Kosten meist verloren.
  5. Ohne Förderung starten, wenn es passt. Ein kleiner Pilot mit einem bestehenden Werkzeug kostet oft weniger als der Aufwand für einen Antrag. Die Förderung ist dann für den größeren nächsten Schritt da.

Sollten Sie auf eine neue Förderung warten?

In den meisten Fällen nicht. Ob und wann ein vergleichbares Programm kommt, ist offen. Dazu kommt: Die Förderung bei KMU.DIGITAL lag bei der Beratung in Summe bei höchstens 3.000 Euro. Wer ein sinnvolles KI-Vorhaben ein Jahr verschiebt, verliert meist mehr an Zeitersparnis, als die Förderung gebracht hätte.

Sinnvoller ist es, das Vorhaben klar zu schneiden:

  • Klein starten: ein konkreter Anwendungsfall statt einer großen Strategie.
  • Passende Programme erkennen: Ein späteres Umsetzungs- oder Innovationsprojekt kann über ein Landesprogramm laufen.
  • Antrag immer vor Projektstart: Bei fast allen Programmen sind Kosten, die vor dem Antrag entstehen, nicht förderbar.

Wie wir Sie unterstützen

Wir sind weder Förderstelle noch Förderpartner. Um passende Fördermöglichkeiten kümmern wir uns aber gern: Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was für Ihr Vorhaben aktuell offen ist, und unterstützen Sie bei der Einreichung.

Häufige Fragen

Kann ich 2026 noch einen KMU.DIGITAL-Antrag stellen?

Nein. Das Budget ist ausgeschöpft, neue Anträge für Beratung und Umsetzung sind nicht mehr möglich.

Gibt es ein Nachfolgeprogramm für KMU.DIGITAL?

Derzeit nicht. Die WKO gibt an, dass es aktuell keine Nachfolgelösung gibt, sich aber weiter für Maßnahmen zur Digitalisierung der Wirtschaft einsetzt.

Gibt es eine eigene KI-Förderung in Österreich?

Aktuell nicht als offenen Topf für KMU. Die KI-Calls der aws sind abgeschlossen, der FFG-Call AI Ökosysteme 2026 ist seit 6. Oktober 2026 geschlossen. KI-Vorhaben laufen über allgemeine Digitalisierungs-, Innovations- und Weiterbildungsprogramme.

Was passiert mit bereits bewilligten KMU.DIGITAL-Projekten?

Sie werden nach den Förderrichtlinien abgewickelt, nach denen sie genehmigt wurden. Für Details zu Fristen und Abrechnung ist die zuständige Wirtschaftskammer der richtige Ansprechpartner.

Wird ein KI-Grundkurs über die Skills Schecks gefördert?

Eher nicht. Die FFG schließt Weiterbildungen zu digitalen Grundkompetenzen ausdrücklich aus, etwa Office-Grundkenntnisse oder die Nutzung von Kollaborationstools. Kurse mit klarem fachlichem Digitalisierungsschwerpunkt haben bessere Chancen. Im Zweifel fragen Sie vor der Buchung bei der FFG nach.


Quellen:

Weiterführende Artikel:

Mathias Galler
Über den Autor
Mathias Galler
KI-Berater und Mitgründer von KI-Mentoring

Mathias Galler berät österreichische KMU bei der Einführung von KI, von der Strategie bis zur Automatisierung einzelner Prozesse. Er bringt über 8 Jahre Erfahrung aus Online-Marketing und SEO mit, hat alle Kurse der Anthropic Academy abgeschlossen und entwickelt mit werq.at eine eigene SaaS-Lösung für Agenturen.

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