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Toolsvon Mathias Galler18. Februar 2026aktualisiert am 30. Oktober 20268 Min. Lesezeit

Kurzfassung

  • Es gibt keinen allgemeinen Sieger. Die Anbieter überholen sich laufend, Ranglisten veralten in Wochen.
  • Die wichtigsten Kriterien für KMU sind: Welche Büro-Software nutzen Sie schon, welche Daten verarbeiten Sie, und was kostet es bei Ihrer Teamgröße?
  • Für Betriebe mit Google Workspace ist Gemini oft der naheliegende Start, bei Microsoft 365 lohnt der Blick auf Copilot. Ohne festes Ökosystem sind ChatGPT und Claude naheliegend.
  • Firmentarif statt Privatkonto: Beim Datenschutz entscheidet der Tarif mehr als der Anbieter.
  • Testen Sie mit zehn eigenen Aufgaben, bevor Sie bezahlen.

Warum Ranglisten wenig helfen

Welches Modell bei einem Test vorn liegt, hängt von der Aufgabe ab und ändert sich mit jeder neuen Version. Ein Vergleich, der im Frühjahr stimmt, kann im Herbst überholt sein. Dieser Beitrag nennt deshalb keine Benchmark-Plätze, sondern Kriterien, die über Monate gültig bleiben. Wie Sie mehrere Werkzeuge sinnvoll zusammenstellen, beschreibt der Beitrag zum KI-Stack für KMU.

Die drei im Überblick

Die folgenden Beschreibungen sind Tendenzen auf Basis von Anbieterangaben und Praxiserfahrung. Prüfen Sie sie mit Ihren eigenen Aufgaben.

ChatGPT (OpenAI) ist ein eigenständiger Assistent mit breitem Funktionsumfang und großem Ökosystem aus Zusatzfunktionen und Schnittstellen. Er ist unabhängig von Ihrer Büro-Software. Viele Teams nutzen ihn für Texte, Ideen, Recherche und Datenaufbereitung.

Claude (Anthropic) wird häufig für lange Texte, Dokumentenanalyse und Programmieraufgaben genutzt. Anthropic legt Wert auf Sicherheit und Zurückhaltung. Das kann bedeuten, dass das Modell bei manchen Anfragen vorsichtiger antwortet.

Gemini (Google) ist eng in Google Workspace eingebunden (Gmail, Docs, Sheets, Meet). Für Betriebe, die ohnehin mit Google arbeiten, ist der Einstieg dadurch besonders einfach.

Alle drei beherrschen die typischen Büroaufgaben: Texte entwerfen, zusammenfassen, übersetzen, Tabellen und Dokumente auswerten. Die Unterschiede zeigen sich eher in Details, Bedienung, Integration und Preis als im Grundnutzen.

Tarife und Preise im Überblick (Richtwerte)

ChatGPT Claude Gemini
Einzelzugang Plus: 23 € pro Monat Pro: 18 € pro Monat (15 € bei Jahresabrechnung) Google AI Pro: 21,99 € pro Monat
Team- oder Business-Tarif Business: 21 € (jährlich) oder 26 € (monatlich) pro Person Team: 18 € (jährlich) oder 21,04 € (monatlich) pro Person, für 2 bis 150 Personen über Google Workspace: 6,80 € (Starter), 13,60 € (Standard) und 21,10 € (Plus) pro Person bei Jahresvertrag, Gemini inklusive

Zwei Hinweise dazu: Die Preise stammen von den Preisseiten der Anbieter in der Ansicht für Österreich (geprüft am 30. Oktober 2026) und können sich ändern, prüfen Sie vor dem Kauf die Seite des Anbieters. Zudem sind die Pakete nicht deckungsgleich: Bei Google bezahlen Sie für Workspace und bekommen Gemini dazu, bei ChatGPT und Claude zahlen Sie für den Assistenten zusätzlich zu Ihrer Büro-Software. Eine Kostenrechnung für verschiedene Teamgrößen steht im Beitrag Was kostet KI im Unternehmen?.

Datenschutz: Der Tarif entscheidet

Für österreichische Betriebe ist die DSGVO-Konformität entscheidend. Nach einer Übersicht vom September 2026 gilt:

Zugang Training mit Ihren Eingaben
Kostenlose und private Konten bei ChatGPT standardmäßig ja (Opt-out in den Einstellungen), bei Claude Free und Gemini möglich, jeweils mit Einstellungen
Team-, Business-, Enterprise-Tarife und API laut Anbieterangaben nein

Wichtig ist außerdem der Datenstandort. Laut einem Praxisvergleich von August 2026 sind Datenregionen in der EU bei ChatGPT meist den Enterprise-Tarifen vorbehalten, bei Gemini ebenfalls bestimmten höheren Paketen. Der Standort allein entscheidet aber nicht über die Rechtmäßigkeit, entscheidend sind Vertrag und Absicherung der Übermittlung. Die Details und eine Datenampel finden Sie im Beitrag KI und Datenschutz in Österreich. Überprüfen Sie die Regeln direkt beim Anbieter, sie haben sich in der Vergangenheit mehrfach geändert.

Entscheidungshilfe nach Situation

  • Sie arbeiten mit Google Workspace. Prüfen Sie zuerst Gemini im Workspace-Tarif. Der Einstieg ist günstig und ohne neues Konto möglich.
  • Sie arbeiten mit Microsoft 365. Prüfen Sie Copilot, der direkt in Outlook, Word und Teams arbeitet. Mehr dazu im Beitrag zu Microsoft Copilot für KMU.
  • Sie haben keine feste Büro-Plattform oder wollen unabhängig bleiben. Testen Sie ChatGPT und Claude parallel.
  • Sie verarbeiten viele lange Dokumente (Verträge, Berichte). Testen Sie mehrere Modelle mit Ihren eigenen Dokumenten, anonymisiert.
  • Sie verarbeiten sensible Daten (Gesundheit, Mandate, Personalakten). Nutzen Sie nur Firmentarife mit Vertrag oder prüfen Sie den Betrieb auf eigener Infrastruktur, siehe Kosten und Open Source.
  • Sie sind unsicher. Starten Sie mit einem Einzelzugang für zwei bis drei Personen als Pilot.

Auf diese Punkte achten Sie bei Team-Tarifen

Gerade bei mehreren Nutzern unterscheiden sich die Pakete stärker als die Modelle:

  • Verwaltung: Können Sie Personen zentral hinzufügen und entfernen und Einstellungen vorgeben? Das verhindert, dass Wissen in privaten Konten verschwindet.
  • Nutzungsgrenzen: Viele Tarife begrenzen die Nutzung pro Person, etwa über Kontingente oder Credits. Laut einem Praxisvergleich vom August 2026 sind einzelne Gemini-Funktionen zeitlich befristet freigeschaltet, und bei ChatGPT Business gibt es Kontingente pro Sitzplatz. Fragen Sie, was bei Ihrer Nutzung passiert, wenn das Kontingent aufgebraucht ist.
  • Dateien und Gedächtnis: Prüfen Sie, wie Dokumente hochgeladen und gespeichert werden und ob Gedächtnisfunktionen im Firmenkonto aktiv sind. Das gehört in Ihre KI-Richtlinie.
  • Kündigung und Export: Wie kommen Sie an Ihre Daten und Vorlagen, wenn Sie wechseln?

Beispiel: Büro mit zwölf Personen

Ein Büro mit zwölf Personen arbeitet mit Google Workspace Standard. Wenn Gemini dort bereits enthalten ist (13,60 € pro Person bei Jahresvertrag), kostet der Einstieg keine zusätzliche Lizenz. Das Team testet vier Wochen lang mit zehn echten Aufgaben, zwei Personen testen parallel einen Einzelzugang bei einem zweiten Anbieter. Nach dem Test entscheidet die Geschäftsführung anhand von Qualität, Nacharbeit und Zufriedenheit, ob ein zweites Werkzeug dazukommt. Das ist ein Denkmodell und kein Messergebnis. Der Weg ist aber übertragbar: erst vorhandene Software prüfen, dann gezielt ergänzen.

Zur Größenordnung: Würde dasselbe Büro alle zwölf Personen zusätzlich mit einem Business-Tarif ausstatten, kämen bei Jahresabrechnung rund 216 € (Claude Team, 12 × 18 €) oder 252 € (ChatGPT Business, 12 × 21 €) pro Monat dazu. Deshalb lohnt es sich, zuerst zu prüfen, ob das vorhandene Werkzeug die zehn Testaufgaben schon gut genug löst.

Der Eigentest in einer Stunde

  1. Sammeln Sie zehn echte Aufgaben aus Ihrem Alltag (ohne personenbezogene Daten).
  2. Geben Sie jede Aufgabe zwei bis drei Assistenten mit derselben Anweisung. Hilfe für gute Anweisungen bietet der Beitrag Prompt Engineering für KMU.
  3. Lassen Sie zwei Kolleginnen oder Kollegen blind bewerten.
  4. Notieren Sie Qualität, Tempo und Nacharbeit.

Wiederholen Sie den Test einmal pro Quartal, weil sich Modelle und Preise ändern.

Häufige Fehler bei der Auswahl

  • Zu viele Abos gleichzeitig. Für die meisten Teams reichen ein bis zwei Werkzeuge.
  • Auswahl nach Schlagzeilen. Ein neues Modell ist nicht automatisch besser für Ihre Aufgaben.
  • Privatkonten für Firmendaten. Das ist die häufigste Datenschutzlücke.
  • Kein Verantwortlicher. Jede Lizenz braucht eine Person, die Nutzung und Kosten im Blick hat.

Unser Fazit

Die Frage „Welches Tool ist das beste?" führt in die Irre. Besser ist: Welches Werkzeug passt zu unserer Büro-Software, unseren Daten und unseren Aufgaben? Die Antwort finden Sie mit einem kleinen Eigentest, einem Firmentarif und einer klaren Verantwortung im Betrieb.

Sie wollen die Auswahl gemeinsam durchgehen? In der KI-Strategieberatung vergleichen wir herstellerunabhängig, was zu Ihrem Betrieb passt. Der Einstieg gelingt im kostenlosen Erstgespräch.


Weiterführend

Quellen

Mathias Galler
Über den Autor
Mathias Galler
KI-Berater und Mitgründer von KI-Mentoring

Mathias Galler berät österreichische KMU bei der Einführung von KI, von der Strategie bis zur Automatisierung einzelner Prozesse. Er bringt über 8 Jahre Erfahrung aus Online-Marketing und SEO mit, hat alle Kurse der Anthropic Academy abgeschlossen und entwickelt mit werq.at eine eigene SaaS-Lösung für Agenturen.

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